MEIN GESICHT GEHÖRT MIR
Diese Arbeit setzt sich mit dem Thema automatisierte Gesichtserkennung auseinander. Im Zentrum steht ein fiktives politisches Szenario in der Schweiz: Eine landesweite Abstimmung entscheidet darüber, ob ein Verbot automatisierter Gesichtserkennung im öffentlichen Raum eingeführt werden soll.
Die Vorlage thematisiert die Frage, wie weit Überwachungstechnologien gehen dürfen und welche gesetzlichen Grenzen notwendig sind, um die Grundrechte zu schützen. Die Abstimmung endet fiktiv am 09.04.2026.
EINLEITUNG
Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit Beobachtung, menschlichen Reaktionen und Überwachung. Sobald ich eine Kamera sehe, verhalte ich mich anders, ruhiger, kontrollierter, «normaler», ohne genau zu wissen, was das bedeutet. Diese persönliche Wahrnehmung bildet den Ausgangspunkt meiner Arbeit.
Im Zentrum steht die automatisierte Gesichtserkennung in der Schweiz. Sie steht exemplarisch für einen technologischen Wandel, bei dem sich Überwachung von sichtbarer menschlicher Beobachtung hin zu digitalen, KI-gestützten Systemen verlagert. Kameras erfassen nicht nur Bilder, sondern analysieren, identifizieren und tracken Personen, oft unauffällig und ohne transparente Information darüber, wie die Daten verwendet werden.
Rechtlich ist dieser Wandel umstritten. Obwohl biometrische Daten als besonders sensibel gelten, bewegen sich viele Anwendungen in einer Grauzone. Bereits die Möglichkeit, erfasst und analysiert zu werden, beeinflusst das Verhalten und kann zu Anpassung und Selbstzensur führen.
PRODUKT
Diese Arbeit ist als Kampagne für eine fiktive Volksinitiative in der Schweiz konzipiert. Im Zentrum steht die Forderung nach einem Verbot automatisierter Gesichtserkennung im öffentlichen Raum.
Die Kampagne setzt sich kritisch mit Überwachung, Kontrolle und den gesellschaftlichen Folgen biometrischer Technologien auseinander. Sie richtet sich an die gesamte Schweizer Bevölkerung und soll für die Auswirkungen solcher Systeme auf Datenschutz, Privatsphäre und Grundrechte sensibilisieren.
Für meine Arbeit entwicktle ich ein digitales Plakat, ein Social-Media-Profil, ein Flyer und eine Live-Footage-Installation. Diese Medien dienen dazu, die Thematik zeitgemäss,
verständlich und öffentlich wirksam zu kommunizieren. Gleichzeitig sollen sie aufzeigen, wie Grundrechte schrittweise verloren gehen können und mit der Kampagne dazu aufrufen, diese bewusst zu verteidigen und zurückzufordern.